Pressemitteilung: Borchener CDU und Grüne werben für wissenschaftliche Seriosität und eine sachliche Windkraft-Debatte
Die CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Borchen sprechen sich gemeinsam für eine wissenschaftlich fundierte Diskussion über Windenergie im Kreis Paderborn aus. Anlass ist die politische Instrumentalisierung der sogenannten „Mainzer Studie“, die derzeit in Genehmigungsverfahren genutzt wird, um gesundheitliche Bedenken hinsichtlich Infraschall zu schüren.
Die Studie ist wissenschaftlich unzureichend
Ein detaillierter Faktencheck zeigt, dass es sich bei der zitierten Arbeit lediglich um eine vorläufige Ergebnispräsentation handelt, der die unabhängige wissenschaftliche Prüfung fehlt. Methodische Mängel – wie das Fehlen von Kontrollen für Störfaktoren (z. B. Post-COVID-Auswirkungen) und die Nutzung anonymisierter Abrechnungsdaten ohne direkte Messungen – machen eine kausale Verknüpfung zwischen Windkraft und Herzerkrankungen unmöglich.
Im Gegensatz dazu belegen internationale, geprüfte Studien sowie Analysen von Fachbehörden wie dem Umweltbundesamt und der WHO eindeutig: Es gibt keine Evidenz für gesundheitliche Schäden durch Infraschall von Windenergieanlagen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.
SPD und AfD in gemeinsamer Sache
Kritisch bewertet die gemeinsame Erklärung zudem die politische Dynamik hinter dieser Debatte. Besonders irritierend ist, dass Vertreter sowohl der SPD als auch der AfD im Verein „Vernunftkraft NRW e.V.“ engagiert sind und in der Borchener Windkraft-Debatte teilweise nahezu wortgleiche Argumentationsmuster nutzen. Dies wirft Fragen nach der Objektivität und Unabhängigkeit dieser Positionen auf.
Ist Windkraft wirklich gesundheitsschädlich?
Die Sorgen von Anwohnerinnen und Anwohnern werden ausdrücklich ernst genommen. Um diese jedoch fair und objektiv zu prüfen, setzen die Parteien auf rechtsstaatliche Verfahren, unabhängige Gutachten und geltende Grenzwerte statt auf medienwirksame Kampagnen, die auf methodisch schwachen Veröffentlichungen basieren. Es gibt jedenfalls Stand heute keinen wissenschaftlich fundierten Beleg dafür, dass Windkraftanlagen die Gesundheit gefährden.
Eine verantwortungsvolle Kommunalpolitik basiert auf wissenschaftlicher Seriosität und belastbaren Fakten. Nur so kann ein Vertrauen in demokratische Prozesse gewahrt und eine zukunftsorientierte Energiepolitik gestaltet werden, die weder Ängste schürt noch notwendige Fortschritte blockiert.
Hier geht es zum Originaltext der gemeinsamen Pressemitteilung.
Beiträge aus der überregionalen Presse zum diesem Thema:
- Tagesschau, Fragwürdige Studie zu Infraschall und Herzkrankheiten, 10.06.2026
- SPIEGEL Wissenschaft, Windräder beeinträchtigen die Gesundheit nicht nachweisbar, 17.06.2026
- SPIEGEL Wissenschaft, Der Mythos vom schädlichen Infraschall, 13.11.2021

Artikel kommentieren