Sachlich prüfen – verantwortungsvoll handeln
Die Bedeutung von Schulsozialarbeit ist für uns unstrittig. Schulen stehen heute vor wachsenden sozialen und psychosozialen Herausforderungen. Kinder und Jugendliche benötigen verlässliche Ansprechpersonen, Lehrkräfte brauchen Unterstützung, Familien suchen Orientierung. Schulsozialarbeit leistet hier einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Stabilisierung.
Finanzierung als freiwillige Leistung ist problematisch
Im Rahmen der Haushaltsberatungen im Januar wurden von den Freien Wählern und der SPD eine zusätzliche halbe Stelle Schulsozialarbeit an der Sekundarschule vorgeschlagen – finanziert ausschließlich aus dem Gemeindehaushalt als freiwillige Leistung. Angesichts der angespannten Haushaltslage haben wir diesen Weg kritisch bewertet und nicht mitgetragen.
Unsere Entscheidung richtete sich nicht gegen den Bedarf, sondern gegen eine isolierte und ausschließlich kommunale Finanzierung. Schulsozialarbeit ist fachlich der Jugendhilfe zugeordnet und damit keine reine Aufgabe der Gemeinde. Sie berührt die Zuständigkeit des Kreises ebenso wie die Rahmenbedingungen des Landes.
Gemeinsamer Prüfauftrag mit der CDU
Für uns stellt sich daher nicht die Frage, ob Schulsozialarbeit notwendig ist, sondern wie sie dauerhaft, verlässlich und gerecht finanziert werden kann? Mit einem Prüfauftrag, den wir gemeinsam mit der CDU Fraktion an die Verwaltung stellen, möchten wir klären,
- welche bestehenden Strukturen bereits über Kreis und Land finanziert werden,
- welche Fördermöglichkeiten genutzt oder erweitert werden können,
- und wie eine tragfähige Mischfinanzierung aussehen kann, die kommunale, kreis- und landesseitige Verantwortung verbindet?
Wir brauchen eine nachhaltige Lösung
Unser Ziel ist keine kurzfristige Symbolentscheidung, sondern eine nachhaltige Lösung. Schulsozialarbeit muss planbar und dauerhaft abgesichert sein, nicht abhängig von jährlichen Haushaltsdebatten.
Am Ende zählt, dass Kinder und Jugendliche in Borchen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Dafür setzen wir uns ein, verantwortungsvoll im Umgang mit öffentlichen Mitteln und klar in der Sache.

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